„American Artefact – The rise of Rock Poster Art“

Schon wieder Film?!…Ja, aber diesmal eine Doku, die letztendlich nur als kleiner Appetizer & als  Einführung in das Thema Poster-Art/ Gig Posters & „Lowbrow-Art“ (scheiss Begriff!) dienen soll. Wäre also schön ,wenn ein paar Leute angefixt würden.  Denn was Konzertposter & Plakatkunst allgemein angeht,  herrscht hierzulande leider immer noch Nachholbedarf. Besserung ist in Sicht: Galerien wie z.B. Slowboy in Düsseldorf, Feinkunst Krüger aus Hamburg oder das Dresdener Low- Magazine lassen hoffen.
Trotzdem scheint inzwischen das Plakat in unseren Breitengraden leider fast nur noch rein informativen/kommerziellen Zweck zu erfüllen. Gerade in Bereichen wo einiges mehr ginge ( Literatur, Theater oder eben Musik)  ist das eigentlich zum k*tzen.  Dabei ist die sog. „Low art“ wenn man so will, ja  letztendlich auch nur die Fortführung dessen, was um die Jahrhundertwende in Europa duch Leute wie z.B. Toulouse-Lautrec in Frankreich oder die polnische Plakatschule (Jan Lenica) vielversprechend begonnen wurde.
Wirf aber einfach mal einen Blick auf die Werbung eines x-beliebigen Open Air-Festivals und oft fragt man sich dabei , um was es dabei eigentlich geht: die Musik oder doch eher Kleinwagen & Handyverträge. Hinzu kommt die Problematik, dass bei der Suche nach Aufträgen sich viele Illustratoren in Deutschland leider nach wie vor gezwungen sehen,  sich  auf dem überbevölkerten Kinderbuchmarkt irgendwie „.durchzuquetschen“.

In den USA, wo man ohnehin einen etwas entspannteren Umgang mit Popkultur pflegt, hat man das schon seit einigen Jahr(zehnten) geschnallt. Hier gehört in vielen  Musikszenen (v.a. Punkrock, Garage, Independent, u.ä.) das liebevoll gemachte, künstlerisch gestaltete Poster (als edle Siebdrucke natürlich!) zum guten Ton. Der visuelle Ausdruck der Musik ist quasi so wichtig wie der Strom für die E-Gitarre.
Sicher liegt dies auch in der Philosophie dieser Szenen begründet, denn nichts ist im Grunde mehr Punk & D.I.Y.als ein handgedrucktes Plakat. Es werden dafür weder viel Geld oder Material benötigt, denn die Druckerei befindet sich in der heimischen Garage. Das Ergebnis aber ist ein hochwertiger Kunstdruck, der es möglich macht, Kunst zum erschwinglichen Preis zu sammeln und trotzdem etwas zu besitzen, dass von einem Massenprodukt weit entfernt ist.
Fest steht, dass die limitierten Siebdruckposter vieler Illustratoren begehrte Sammelobjekte sind, um die sich inzwischen ein eigenes starkes Netzwerk mit Galerien und Verlagen entwickelt hat, die abseits vom etablierten (elitären) Kunstmarkt agieren.

Die diesjährige Doku „American Artefact – the Rise of Rock Poster Art“ gibt dazu einen schönen Überblick inkl. einer Reise zu den Ursprüngen der psychedelischen Plakate der 60er Jahre, bis hin zu heutigen Größen wie Derek Hess, Frank Kozik, Emek, Tara McPherson, Winston Smith uva.
Wie anfangs gesagt, die Doku ist eigentlich nur ein kleiner Anreger. Checkt einfach auch mal die verschiedenen o.g.  Shops & Galerien ODER klickt euch durch www.gigposters.com bis die Augen flimmern!
Cheerz! …so,und jetzt freue ich mich auf Nathalie Portman als Aggro-Rapperin 🙂

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~ von urbangolem - 27. Oktober 2010.

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